Was ist eigentlich Stress und wie entsteht er?
Und wie entsteht Gelassenheit?

Stress ist ein uralter Mechanismus, der uns hilft, am Leben zu bleiben. Stress versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft damit wir Gefahren abwehren, fliehen oder kämpfen können. Dafür produziert unser Körper die sogenannten Stresshormone wie zum Beispiel Adrenalin und steigert damit schlagartig unsere Leistungsfähigkeit.

Heute verkehrt sich dieser Mechanismus ins Gegenteil. Wirklich existenziellen Gefahren sind wir glücklicherweise nur noch selten ausgesetzt, aber unser Körper folgt leider noch immer dem alten, genetisch festgelegten Muster, auch bei vielen Schwierigkeiten im Alltag, die natürlich nicht lebensbedrohend sind.

Das Problem ist, dass wir heute den Stress kaum noch in geeigneter Weise abbauen können. Könnten wir vor dem Säbelzahntiger noch wegrennen, macht das bei Stress mit dem Chef keinen Sinn. Wir können nicht einfach weglaufen oder gar mit ihm kämpfen wollen.

Dauerhaft nicht abgebaute Stresshormone im Körper zu haben, wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Es können Stresssymptome wie Kopfschmerz, Magengeschwüre, Rückenbeschwerden und viele andere entstehen.

Deswegen wirkt sich Sport oder auch Yoga positiv auf die Stressreduktion aus, da sich durch die Aktivität die Stresshormone wieder abbauen können.

Wir sehen also, dass Stress nicht nur von außen kommt, sondern in uns selbst entsteht.

Jeder von uns reagiert anders auf Stress

Das Stressempfinden ist sehr unterschiedlich, manche neigen zu endlos kreisenden Gedanken, andere zu Panikzuständen und wieder andere scheinen gegen Stress immun zu sein. Oftmals gehen die Stresssymptome aber auch einfach unter und werden nicht bemerkt.

Normalerweise versuchen wir die durch Stress verursachten unangenehmen Gefühle zu vermeiden, zu ignorieren, zu bekämpfen oder wenigstens zu reduzieren. Leider ist das nicht die Lösung die zu dauerhafter Entspannung und Gelassenheit führt.

Ein einfaches Beispiel für den Umgang Stress

Wenn ich bei der Arbeit mit meiner Chefin Stress habe, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Ich kann meine Chefin bekämpfen, ihr Fehler nachweisen oder sie schlecht machen und im besten Fall ist sie irgendwann weg und damit auch mein Stress.
  2. Ich kann versuchen den Stress zu ignorieren und vieles herunterschlucken, auch auf die Gefahr hin, dass ich den Stress dadurch mit nachhause nehme.
  3. Ich vermeide den Stress, indem ich kündige oder mich versetzen lasse.

Auch der Versuch bewusst positiv zu denken, mich abzulenken, Sport zu treiben oder auch mich fortdauernd zu beklagen sind Versuche der Stressreduktion.

Der stressauslösende Faktor jedoch bleibt und der ist auch nicht mal an meine Chefin oder eine andere Person gebunden. Und er kann jederzeit wiederkommen! Das ungute Stressgefühl, die Unruhe, Nervosität, Angst oder Panik lässt sich nicht einfach durch beruhigende Worte und Maßnahmen des Verstandes ruhig stellen.

Kann ich denn meinen Stress regulieren?

Am Besten ist es also, wenn erst gar kein Stress in mir entsteht oder ich den Stress so beeinflussen kann, dass er mir nicht so sehr zusetzt. Und das ist tatsächlich möglich! Es ist möglich einen Grundzustand innerer Gelassenheit zu erreichen auf den man in potenziell stresserzeugenden Lebenssituationen stets zurückgreifen kann.
Psychologische Beratung, Auflösung innerer Konflikte

Was ist die Transaktionsanalyse und wie kann sie helfen?

Die Transaktionsanalyse (TA) ist eine Theorie der menschlichen Persönlichkeit, des sozialen Verhaltens und ein umfassendes System für Psychotherapie. Begründet wurde sie in den späten 1950er-Jahren durch den amerikanischen Arzt Eric Berne (1910–1970).

Der Begriff Transaktionsanalyse setzt sich zusammen aus der Transaktion, die in der Psychologie für eine wechselseitige Beziehung steht und der Analyse als einer systematischen Untersuchung.

Die Transaktionsanalyse ist vielseitig anwendbar in der Psychotherapie aber auch in der Beratung, Pädagogik und Erwachsenenbildung, Coaching, Supervision, Organisationsentwicklung, Organisationsberatung oder Führungstraining.

Die Transaktionsanalyse geht davon aus, dass der Mensch selbstständig und eigenverantwortlich handelt. Das bedeutet in der Praxis, dass

  1. Der Klient geht mit seiner psychologischen Beraterin eine Art Arbeitsvertrag ein in dem für beide Seiten die Ziele ganz klar festgelegt werden.
  2. Beide Seiten bestimmen bewusst Inhalt und Dauer der Arbeit.
  3. Das Ziel der Arbeit ist autonomes Denken, Fühlen und Handeln.
  4. Die Arbeit fördert die Selbstreflexion und Selbsterkenntnis des Klienten.

Jeder, der entdeckt hat, wie hilfreich die Transaktionsanalyse ist, um sich selbst und andere zu verstehen, gewinnt ein anderes Selbstverständnis im Umgang mit seinen Mitmenschen und sich selbst.

Die Beziehung der Menschen zueinander, die Relationalität

Jeder weiß wie schwer es ist den Kontakt herzustellen und Vertrauen zu fassen zu einem Menschen, den man als irritierend empfindet oder womöglich sogar gar nicht mag. In der Schule kann mangelndes Vertrauen zum Lehrer sogar den Lernerfolg gefährden.

In der Beratung bedeutet dies, dass nicht allein die Methode eine gute Beratung ausmacht, sondern ganz entscheidend das Verhältnis zwischen Beraterin und Klient ist. Nur ein Kontakt auf Augenhöhe macht den Erfolg erst möglich.

Auflösung innerer Konflikte für mehr Gelassenheit

Innere Konflikte kennt fast jeder und die meisten von uns wünschen sich mehr Gelassenheit. Manche Konflikte werden so groß, dass sie ein Gefühl der Dringlichkeit und Belastung darstellen und das führt im Körper zu einer Stressreaktion. Es muss unbedingt etwas passieren oder es muss unbedingt etwas vermieden werden. Bei Flugangst, zum Beispiel der Gedanke, dass das Flugzeug abstürzen könnte und dass ich sterbe. Hier ist der Stressauslöser offensichtlich, aber das ist nicht immer so.

Um herauszufinden was den Stress auslöst werden in den verschiedenen Verfahren unterschiedliche Ansätze angewendet. In der psychologischen Beratung werden die stressauslösenden Mechanismen durch Fragen und Erzählen herausgearbeitet. Beim Yoga und in der Meditation kommt der Mensch dem Stressauslöser eher beiläufig auf die Spur, da sich die Gedanken nicht zwangsläufig direkt mit dem Stress beschäftigen müssen. Bei Achtsamkeitsübungen wiederum wird die Aufmerksamkeit gezielt auf das Problem gelenkt und bei der Introvision wird mit den inneren Imperativen wie „das muss“ oder „das darf auf keinen Fall“ gearbeitet. Alle diese Methoden arbeiten mit einer weit gestellten, konstatierenden Wahrnehmung.
Konstatierende Wahrnehmung

Als psychologische Beraterin versuche ich einen geeigneten Weg zu finden der sich an der Einzigartigkeit des Klienten und an unserer Beziehung entwickelt.
Relationalität

Konstatierende Wahrnehmung: „Aha, so ist das …“

Die Aufmerksamkeit steht für einen Moment still und wir nehmen wahr, was gerade jetzt in diesem Moment ist. Die aufmerksame Betrachtung bewertet nicht, sondern stellt für den Moment fest: „so ist es“. Es ist nicht gut, es ist nicht schlecht, es ist, wie es ist. Die Gedanken kreisen nicht, sie schweifen nicht ab. Die Aufmerksamkeit ist weit gestellt. Sie ist offen, interessiert, im positiven Sinne neugierig, schauend, hörend, fühlend, betrachtend, sich hineingebend. Es ist keine Aufzählung und keine Wanderung durch die Gedanken, auch kein Nachdenken. Es werden auch nicht alte traumatische Erlebnisse aktiviert, sondern nur die Begleitemotionen angeschaut. Dies macht es leichter, auch schwere Konflikte aufzulösen.

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